Mekong Delta (Vietnam)




Die Reise ins Mekong Delta

Während der Kreuzfahrer von einem zum anderen Kontinent schippern mag, ist Vietnam nach wie vor eine alternatives Reiseziel. Günstige Flüge nach Saigon mit Stop in Katar oder Hanoi dauern etwa 15 Stunden von Deutschland und kosten hin und zurück rund 650 Euro.

Das „Neundrachenflussdelta“.

Das Delta, das der Mekong mit neun Flüssen gebildet hat liegt im Südwesten des Landes. Die Kanäle haben ein Netzwerk geschaffen, das in das Südchinesische Meer mündet. Ablagerungen (Sedimentation) haben das Flussdelta aufgebaut statt einer Meeresbucht. Es wächst nach wie vor jährlich um rund 80 Meter und ist etwa 40.000 km² groß. Saisonal wird das Gebiet unterschiedlich überschwemmt. Der Bereich ist aufgeteilt in 12 Provinzen und eine provinzfreie Stadt und bevölkert von 21,49 Millionen Einwohnern.


Die Geschichte vom Mekong-Delta

Das Mekongdelta ist ein riesiges Labyrinth. Die Flüsse, Sümpfe und Inseln wurden seit dem 18. und 19. Jahrhundert dünn besiedelt. Es entstanden schwimmende Märkte, Khmer-Pagoden sowie Dörfer, die von Reisfeldern umgebenen sind. Daher wird das Delta als Reiskammer Vietnams bezeichnet. Im 10. Jahrhundert gehörte das Mekongdelta zum Königreich der Khmer, das neben dem Delta das heutige Staatsgebiet von Kambodscha, das südliche Laos und das untere Thailand umfasste. Die tausendjährige Hochkultur der Khmer endete Mitte des 16. Jahrhunderts. Das Delta wurde von der Lê-Dynastie und später von der Nguyễn-Dynastie, der letzten kaiserlichen vietnamesischen Dynastie übernommen und endgültig in Vietnam eingegliedert. Im 17. Jahrhundert mischte sich Frankreich ein. Zuerst kamen Missionare, dann Kriegsschiffe. Bei einer Strafexpedition Frankreichs zur Befreiung eines Missionars fiel Saigon in 1859. Der Frieden von Saigon in 1862 begründete drei Provinzen und einen Teil Kambodschas als französisches Protektorat. Im weiteren Verlauf mit Franzosen und Chinesen wurde der Norden Vietnams als Annan abgespalten. Nach der Indochinakonferenz in 1954 zogen die Franzosen sich aus Annan sowie aus dem Süden Cochinchina zurück. Seitdem ist das Land in die nördliche Demokratische Republik Vietnam mit der Hauptstadt Hanoi geteilt und in die südliche Republik Vietnam mit der Hauptstadt Saigon.

Warum ist das Mekongdelta wirtschaftlich wichtig für Vietnam?

In der Geschichte spielte das Mekongdelta eine strategische wirtschaftliche Rolle im Krieg gegen die französischen Besatzer sowie während des Vietnamkrieges. Die großen Frachthäfen am Fluss und die Brücken für Schienen- und Straßenverkehr, erlaubten die Mengen an Fracht zwischen den Nationen sowie ins Ausland zu transportieren. Derzeit ist die Wasserkraft der wirtschaftliche Mittelpunk der Mekongregion. Die vor gelagerten Dämme haben direkte Auswirkungen auf die Fischbestände. Sie dienen den Gemeinden in der gesamten Region als Lebensgrundlage. Das Bewusstsein für das vielfältige Ökosystem des Mekong ist gewachsen sowie das Interesse, seine natürlichen und archäologischen Schätze zu erhalten. So will man das Delta mehr für Touristen zugänglich machen und die Region schützen. Das Delta dient als Nahrungsgrundlage und Transportweg und beispielhaft als schwimmernder Marktplatz. Boote sind das Transportmittel in der Region. Touren starten in der Regel im nahegelegenen Saigon, der heutigen Ho Chi Minh-Stadt und in Cần Thơ im Herzen des Mekongdeltas, der provinzfreien, geschäftigen Stadt. Seit 1999 erleben Vietnam und das Mekongdelta einen Tourismus-Boom. Neben Studienreisenden und immer mehr Pauschal-, Rucksack-, und Badetouristen kommen vor allem aus den anderen asiatischen Ländern. Vietnam ist ein sicheres Land und hat niedrige Kriminalität. Touristen weichen den Philippinen und Indonesien wegen Terrorschlägen aus. Es gibt mittlerweile Kreuzfahrtschiffe, die vietnamesische Häfen anlaufen oder vor der Küste ankern und Tagesausflüge anbieten.

Wie groß ist das Mekong-Delta?

Das Delta ist rund 40.600 km² groß, manche sprechen von 70.000 Quadratkilometern. Der Mekongfluss wird von der Länge mit 4350 bis 4909 km angegeben, durch die vielen Verzweigungen des Netzwerkes lässt es sich ebenfalls nicht genau sagen, wo das Delta selbst beginnt. In Vietnam kommt der Fluss in Kilometerbreite an. Die Ausdehnung des Deltas beträgt in der Breite etwa 400 km. Er läuft schmaler zu bis zur südlichen Spitze. Saigon ist etwa im Zentrum des Deltas. Der Mekong entspringt im tibetanischen Hochland. Er fließt durch China und bildet die Grenze von Myanmar und Laos. Dann durchquert er Kambodscha sowie Vietnam und mündet nach dem Delta in das Südchinesische Meer.

Womit beschäftigen sich die Bewohner des Deltas?

Die Bewohner des Deltas sind zum größten Teil Vietnamesen. Nur 15% sind Khmer und 5% Chinesen. Man findet vereinzelt die Minderheitsgruppe der Cham. Das sind Nachfahren der Bevölkerung des Königreiches Champa. Der nährstoffreiche Boden und das Klima machen die Region zu einem Paradies. Die Einheimischen im Delta sehen die Realität. Das Leben im Delta ist schwierig: Regelmäßige Überschwemmungen und die ständigen Veränderungen von Flüssen und Kanälen sind eine dauernde Herausforderung für die Menschen.

Weil Ende Mai der Wasserstand des Mekong steigt und im September seinen Höchststand hat, variieren die  Wassermengen zwischen 1900 und 38000 m3 pro Sekunde. Der Fluss steigt bis zu 15 Meter an. Leider haben die Abholzungen in Kambodscha das Gleichgewicht des Flusses erheblich gestört.

Die meisten Familien leben auf einem Boot. Es gibt im Mekong-Delta nur wenige feste Straßen. Man bewegt sich überwiegend auf dem Wasser fort, wie beispielsweise in Cai Be, wo auf den Kanälen reger Handel betrieben wird. Die vietnamesischen Bauern verkaufen auf dem schwimmenden Markt ihre Ware aus dem Umland vom Boot direkt an ihre Kunden. Wenn die Menschen im Delta den Mekong überqueren wollten, nahmen sie bis vor einigen Jahren immer das Boot. Im Jahr 2001 wurde die erste Brücke gebaut über den Fluss. Die 1000 Meter lange Schrägseilbrücke war eine schwierige Aufgabe. Das gesamte Delta hat keinen festen Untergrund.

Das Delta ist für etwa 22 Millionen von Menschen die Lebensader, und bekannt als „Mutter aller Flüsse“. Es ist ein exotisches Paradies mit großem Reichtum an vielen Blumenarten, tropischen Früchten, Zuckerrohr und Kokosnüssen. Viele verborgene Kanäle schlängeln sich durch üppigen Dschungel und Mangrovensümpfe und zahlreiche Flusswege durch Reisfelder sowie kleine Fischerdörfchen. Die Bewohner verkaufen und kaufen auf Booten sie ihre Ware, auf denen sie leben. Viele Touristen kommen zu den schwimmenden Märkten des Mekondeltas aus nah und fern, um das bunte Treiben zu bewundern.



Übernachtung im Mekongdelta

Als Tourist findet man genügend Übernachtungsmöglichkeiten in der Hauptstadt Saigon. Von hier aus lassen sich viele Touren unternehmen. Als Rucksacktourist kommt man gelegentlich in den Fischerdörfern unter. Die Bootstouren starten meist von Saigon aus. Es bieten sich unterschiedliche Boote an:

Ruderboote sind geeignet für Tagesausflüge durch die engen Kanäle und Seitenarme. Der Trip mit Ruderbooten ist authentisch, weil die Einheimischen solche Boote im normalen Alltag nutzen. Auf einem Boot Es passen etwa sechs Personen auf ein Boot. Überdachte Boote vermitteln das traditionelle Leben der Bevölkerung. Die Menschen leben oft nicht auf dem Festland. Das Boot ist ihr zuhause. Es werden Touren für zwei bis drei Tage in einer persönlichen Atmosphäre bis zu vier Personen in einem Boot angeboten. Flusskreuzfahrt-Schiffe sind geeignet für mehrtägige Kreuzfahrten. Sie haben Kabinen für zwei oder vier Personen. Mit großen Schiffen kommt man nicht überall hin, Die Schiffe halten in größeren Häfen. Dort steigt man auf kleinere Boote um. Die individuellen Bootstour lässt sich für mehre Tage auf einem Hausboot durchführen. Die Route und der Tagesablauf lassen sich selbst bestimmen.

Die Boote sind gebaut nach den traditionellen Fischerbooten. Sie führen private, exklusive Touren im Mekong Delta durch. Es gibt größere Hausboote mit zwei Schlafkabinen sowie einem Restaurant. Hausboote für Touristen haben eine unterschiedliche Inneneinrichtung. Die Touristenboote sind vergleichsweise luxuriös eingerichtet. In der Schlafkabine gibt es eine Klimaanlage und ein eigenes Bad sowie einen Balkon. Für eine Reise zu den schwimmenden Märkten sollte man sich drei Tage Zeit nehmen.

Mekong Umweltschutz heute

Das Mündungsgebiet des Mekong wird vom Klimarat der Vereinten Nationen mit Sorge betrachtet. Die Folgen der globalen Erwärmung können die Gletscher im Himalaja zum Abschmelzen bringen und in 20 oder 30 Jahren für Überflutungen sorgen. Es kann zu Erdrutschen und einer Minderung der Wasserqualität des Mekong führen. Trockenheit kann ebenfalls zum Problem des Mekong-Deltas werden. Im oberen Teil des Flusses will China neue Staudämme bauen. Die Bewohner des Deltas verlören langfristig ihren Lebensraum.

Der WWF Fund und die Mekong River Commission der umliegenden Länder wollen den Mekong schützen und kümmern sich um eine nachhaltige Entwicklung.